Definition "Lernen"

© Alois Bielmeier

 

  • Lernen wird in der Psychologie _ definiert als eine dauerhafte Änderung des Verhaltens und von Verhaltenspotentialen, die durch Übung erfolgt. (Im Gegensatz zur Reifung oder Prägung)
  • Die dauerhafte Verhaltensänderung wird in dieser Definition betont, weil Gelerntes unabhängig vom temporalen Veränderungen, wie etwa der aktuellen Motivation, vorliegt. Darüber hinaus sind alle beobachtbaren Verhaltensweisen, die nicht durch Üben erworben wurden, vom Lernbegriff ausgeschlossen. (Auch die Prägung.)
  • Tiere lernen vorwiegend durch den Erwerb bedingter Reflexe und in aktiver Auseinandersetzung mit den Gegebenheiten ihrer Umwelt, an die sie ihr Verhalten notwendig anpassen. In diesem Zusammenhang wurden Experimente an Tieren vorgenommen und der Lernerfolg gemessen.
  • Von besonderer Bedeutung war die in den vierziger und fünfziger Jahren entstandene Theorie der klassischen Konditionierung, bei der ein einfaches Reiz- Reaktionsschema untersucht wurde. (Grundlage behavioristisches Denkmuster.)
  • Der berühmte Pawlow´sche Hund beispielsweise reagierte auf einen Glockenton mit vermehrtem Speichelfluss, da er gelernt hatte, dass mit dem akustischen Signal die Gabe von Futter verbunden war. In derselben Weise waren auch andere Experimente möglich. Negative Gefühle, wie Angst oder Aggression konnten erlernt werden.
  • Neben der klassischen Konditionierung soll man auch die operante Konditionierung (Burrhus Frederic Skinner) und die damit verbundenen Formen der positiven und negativen Verstärkung hervorheben.
  • Lernen wird demnach nicht nur durch Selbst- und Fremdverstärkung begünstigt, sondern auch vom Lernenden beobachtetes soziales Modell. (Skinner-Box)